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Persönlichkeiten

Auf dieser Seite finden Sie "berühmte" Leute aus dem Fichtelgebirge. Diese müssen nicht unbedingt hier geboren worden sein, sie können auch nur vorrübergehend hier gelebt haben. Wichtig ist, dass sie für unseren Fichtelgebirgsraum oder für eine Stadt, Gemeinde oder Kirchengemeinde wichtig waren! Dann gehören sie in diese "Ahnengalerie", damit die Nachwelt sie in Erinnerung behält.

Kennen Sie solche Personen? Dann bitte ich Sie um eine kurzgefasste Personenbeschreibung per eMail an Dietmar Herrmann. Die Aufnahme in diese Personendatenbank ist kostenlos.

 

Ackermann, Erhard geb. 1813, gest. 1880; Granitwerksbesitzer in Weißenstadt. Seine Erfindung, Granit zu schleifen und zu polieren, brachte seine Steinmetzwerkstatt zum Industriebetrieb von Weltgeltung. Von Weißenstadt aus gingen Monumente, Portale, Treppen, Säulen und Fassaden zu allen Prunkbauten Deutschlands und auch nach Übersee.

Arzberger, Christoph geb. am 29.10.1772 in Arzberg - gest. am 11.7.1822 in St. Wendel. Staatsmann, Mathematiker und Astronom in Coburg. Entwickelte astronomische Instrumente und schrieb mehrere Bücher.

Arzberger, Prof. Friedrich   geb.14.11.1833 in Wien, gest. 3.8.1905 in Wien, Sohn des Johann Arzberger, 1882-1892 Prof. für mechanische Technologie an der TH Wien, 1872 großer Anteil and er Einführung des Meters, Aufbau des Eichwesens, Einführung der Elektrizitäts- und Wasserzähler, Arzberg`sche Transpositionswaage.

Arzberger, Johann geb. am 09.04.1778 in Arzberg - gest. am 28.12.1835 in Wien. Techniker; Professor für Maschinenlehre oder Mechanik am Polytechnischen Institut in Wien; richtete gemeinsam mit J. J. von Prechtl eine Gaserzeugungsanlage am Institut ein; konstruierte 1820 einen Dampfstraßenwagen; Begründer der Wiener Schule des Maschinenbaus; unterrichtete kostenlos an Sonn- und Feiertagen (Vorläufer der Fortbildungsschulen).

Bauernfeind, Dr. Carl Maximilian von    geb. 28.11.1818 in Arzberg, gest. 2.8.1894; kgl. Geheimrat, Prof. der Geodäsie, Doktor der Philosophie, verantwortlich für den gesamten Eisenbahn- und Brückenbau in Bayern. 1868 Bau der TH München nach seinen Plänen, 1868-1883 erster Direktor der TH München, grundlegende Arbeiten für Wissenschaft und Technik, Höhenmarken an Bahnhöfen.

Brandt, Jobst vom geb. 28.10.1517 im Schloss zu Waldershof/Opf., gest. 22.01.1570 in Brand bei Marktredwitz. Er gehörte zu den so genannten "Heidelberger Liedmeistern" und war Mitschöpfer und Repräsentant der typisch deutschen Gattung des Tenorliedes. Melodisch schönste Werke: "Drei Laub auf einer Linden", "Frischauf in Gottes Namen", "Gott sei gelobet" und "Ein feste Burg".

Beer, Heinrich geb. 19.7.1869 in Holenbrunn, gest. 6.8.1954 in Wunsiedel. Er übernahm nach dem frühen Tod seines Vaters Adolf Beer bereits mit 21 Jahren Redaktion und Herausgabe der Zeitung "Bote aus den Sechs Ämtern" in Wunsiedel (heute Kooperation mit der Frankenpost Hof). Er redigierte die Zeitung mehr als 60 Jahre lang. Am 30.6.1950 verlieh ihm die Stadt Wunsiedel das Ehrenbürgerrecht.

Blumröder, Gustav Dr.   geb. 27.06.1802 in Nürnberg, gest. 23.12.1853 in Nürnberg. War von 1835 bis 1848 kgl. Landgerichtsarzt in Kirchenlamitz und betätigte sich daneben auch schriftstellerisch. 1848 wurde er als Abgeordneter des Wahlkreises Wunsiedel in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Nach deren Auflösung kehrte er im August 1849 nach Kirchenlamitz zurück, wurde als Aufrührer und politisch schädliches Element angeklagt und war vier Monate in Haft. Ende Dezember 1849 amnestiert, durfte er seim Amt als Gerichtsarzt nicht mehr ausüben und wurde im November 1850 in den Ruhestand versetzt. Ab 1851 lebte er in Nürnberg. Die „Blumröderhöhe“ und der „Blumröderweg“ in Kirchenlamitz erinnern an ihn.

Bruschius, Caspar geb. 1518, gest. 1559. Als Religionsflüchtling von Schlaggenwald in Böhmen nach Wunsiedel verschlagen, verfasste er 1543 eine erste "Gründliche Beschreibung des vortrefflichen Fichtelberges", worin er besonders den mittelalterlichen Bergbau schildert. Er galt als gekrönter Poet, wurde schließlich bei Rothenburg/Tauber ermordet.

Bunte, Dr. Hans Professor der Technischen Hochschule in Karlsruhe, geb. 25.12.1848 in Wunsiedel, gest. 17.8.1925 in Karlsruhe. Er war bahnbrechend auf dem Gebiet der Chemischen Technologie, vor allem im Bereich Gasfach.

Buschendorf, Friedrich geb. 1898, gest. 1978; Prof. der Geologie und Mineralogie (Clausthal, Braunschweig, Hannover). Er arbeitete während seiner Studiums an der Bergakademie Clausthal (Harz) zeitweise in der Fichtelgold AG als Aufbereitungssteiger. 1930 erfolgte die Promotion, seine Dissertation befasste sich mit der Goldvererzung und ihrer Entstehung im Brandholzer Revier. Seiner umfassenden Arbeit verdankt das Fichtelgebirge und die Stadt Goldkronach viele geologische und bergbautechnische Einzelheiten, die heute nicht mehr sichtbar sind, aus der Zeit der letzten Bergbauepoche (1920-1925), in der Gold abgebaut wurde. Erst 1992 entstand eine fast noch umfangreichere Arbeit über das Goldkronacher Revier von Wolfgang Irber.

Bogner, Dr. Franz   geb. 10.5.1875 in Passau; 1906 Arzt am Krankenhaus Selb. Seinen Forschungen ist die Anerkennung der Krankheit Silikose für die Porzellanarbeiter als Berufskrankheit zu verdanken. Am 5.7.1948 wird er Oberbürgermeister der Stadt Selb.

Celtis, Conrad, geb. 1. 2. 1459 in Wipfeld bei Schweinfurt, gest. 4. 2. 1508 in Wien, Humanist, Dichter, Kosmograph. Er wurde 1487 als erster Deutscher von Kaiser Friedrich III. zum Dichter gekrönt. Celtis besuchte  vor 1495 gemeinsam mit seinem Freund Johann Tholhopf aus Kemnath  das Fichtelgebirge. In seinem Hauptwerk „Quattuor libri amorum secundum  quattuor latera Germaniae”, vier Bücher voller Liebeselegien (“Amores”), finden sich auch poetisch geographische  Beschreibungen der Regionen und  bedeutender Städte Deutschlands (“Germania generalis”). Celtis berichtet dort als erster für die Öffentlichkeit realistisch und aus eigenem Erleben  über das Fichtelgebirge in Wort und Bild.

Dietz, Dr. Josef geb. 28. 2. 1916 in Bamberg, gest. 15. 12. 1982 in Bamberg. Gymnasialprofessor. Dietz unterrichtete von 1938 bis 1946 an der Oberrealschule Marktredwitz. In seiner Freizeit war er Systematiker, Florist und Faunist. Er war der Storchenvater Frankens, machte sich um den Uhu in Bayern verdient und um Brachpieper und Heckenbraunelle im nördlichen Franken. Die 1953/54 erschienene zwanzigseitige Arbeit „Die Vögel des Fichtelgebirges“ waren die Frucht der feldornithologischen Tätigkeit des Marktredwitzer Studienrats.

Döbereiner, Christian geb. 2.4.1874 in Wunsiedel, gest. 1961 in München. 40 Jahre lang Cellist am Bayer. Staatsorchester: Wiedererwecket der Barockinstrumente, vor allem der Gambe und des Cembalo. Grundlegendes Werk: "Zur Renaissance alter Musik".

Doebereiner, Johann Wolfgang, geb. 13.12.1780 in Hof, gest. 24.3.1849 in Jena. Chemiker. Studium in Straßburg, 1810 Berufung zum Professor für Chemie, Pharmazie und Technologie an der Universität Jena. Bedeutender Vorkämpfer der wissenschaftlichen Chemie und Mitbegründer der Stöchiometrie (chemische Messkunde). Weltbekannt geworden ist Doebereiner durch die Erfindung eines Feuerzeugs auf der Basis von Wasserstoff, Platinschwamm und atmosphärischer Luft.

Eckardt, Jsaak Bernhard Gustav   geb. 03.03.1845 in Schwarzenbach/Saale, gest. 06.06.1914 in Dettenheim/Treuchtlingen. Hauptlehrer, Dichter und Komponist des offiziellen Fichtelgebirgsliedes „Kennst du die Berge in Deutschlands Herz.......“. Drei Generationen arbeiteten am Fichtelgebirgslied: Hauptlehrer Eckardt hat es 1897 gedichtet und vertont, sein Sohn Gustav Eckardt hat 1923 eine Lied-Postkarte gezeichnet und auf eine Entschädigung für die Urherberrechte zugunsten des Asenturmbaus auf dem Ochsenkopf verzichtet. Dessen Sohn Erich Eckardt hat es als dreistimmigen Satz für die Schulen Oberfrankens gesetzt. Das Fichtelgebirgslied wurde 1933/34 von NS-Gauleiter Schemm „amtlich“ an den oberfränkischen Schulen eingeführt.

Emmerig, Wolfgang Josef geb. um 1776, gest. um 1839; Komponist und Kanonikus an der "Alten Kapelle" in Regensburg.

Esper, Eugen Johann Christoph geb. 1742 in Wunsiedel, gest. 1810 in Erlangen. Universitätsprofessor, bedeutender Naturwissenschaftlicher, vor allem auf dem Gebiet der Insektenkunde. 1777-1794 erschienen seine Prachtwerke "Die europäischen Schmetterlinge, nach der Natur".

Flotow, Caroline von   geb. 12.10.1774 im Schloss Schlottenhof bei Arzberg, gest. 1850. Große musischen Begabung und soziales Engagement, Anhängerin des Arztes Christian Reich und Befürworterin seiner damals neuen Impfmethoden.

Friesner, Dr. Andreas geb. 10.4.1449 in Wunsiedel, gest. 1504 in Rom. 1473-1478 Mitarbeiter des Buchdruckers J. Sensenschmid in Nürnberg, dann Universitätsprofessor in Leipzig; 1481 druckte er auf seiner Privatpresse das erste Buch in Leipzig und wurde dadurch der "Vater des Leipziger Buchdrucks", Zuletzt päpstlicher Protonotaritus und Beichtvater des Papstes. In seinem Testament vermacht er der Stadt Wunsiedel eine Bücherei. Um sie am geeignetsten unterzubringen, baut man eigens ein Haus, die "Liberey" (heute Jean-Paul-Platz 1 in Wunsiedel).

Funck, Heinrich Christian geb. 22. 11. 1771 in Wunsiedel, gest. 14. 4.1839 in Gefrees. Apotheker, Botaniker. Funk war mehrere Jahre Apotheker in Gefrees, die er, um sich ganz seinen botanischen Studien zu widmen, 1834 verkaufte. Er galt zu seiner Zeit als d e r kompetente Botaniker des Fichtelgebirges. Sein bedeutendstes Werk die „Cryptogamischen Gewächse des Fichtelgebirg’s“. Von 1800 bis 1838 erschienen 42 Hefte, jedes Heft anfänglich mit 25, später mit 20 herbarisierten Originalpflanzen zumeist aus dem Fichtelgebirge (Kryptogamen = alle niederen Pflanzen, die keine Blüten bilden). Auch in seiner zweiten größeren Arbeit, „Deutschlands Moose“, stammte der größte Teil der Pflanzen aus dem Fichtelgebirge.

Füssel, Johann Michael   geb. am 26.11.1753 in Thiersheim, besuchte von 1773 bis 1776 die Universität Erlangen, war danach Erzieher bei Hofmarschall Eichler von Auritz in Ansbach. Am 31. Dezember 1785 wurde Füssel Pfarrer zu Gefrees und verwaltete dieses Amt 39 Jahre hindurch bis zu seinem Tod am 16. 11. 1824.Füssel schrieb das Buch mit dem Titel „Unser Tagebuch oder Erfahrungen und Bemerkungen eines Hofmeisters und seiner Zöglinge auf einer Reise durch einen großen Teil des Fränkischen Kreises nach Karlsbad und durch Bayern und Passau nach Linz“, erschienen 1787 bis 1791.

Gebhardt, Oskar geb. 1847, gest. 1921; Kaufmann und Chemiker in Marktredwitz. Als Amateurgeologe besaß er einen bedeutenden Ruf und korrespondierte mit vielen Fachleuten seiner Zeit. Er hinterließ der Stadt Marktredwitz eine ansehnliche lokalbetonte Steinsammlung.

Goethe, Johann Wolfgang von Er unternahm drei Reisen in das Fichtelgebirge, bei denen er sich ernsthaft mit naturwissenschaftlichen Problemen auseinander setzte; "Der Granit lässt mich nicht los !" schrieb er in einem Brief an Charlotte von Stein. Zwei seiner Reisen verband er mit Fahrten von Weimar nach Karlsbad, die letzte unternahm er eigens von Eger aus. - Erste Reise 1785: Begleitet wurde er von Karl Ludwig von Knebel und Friedrich Gottlieb Dietrich. Am 30.6.1785 führte die Reise von Hof über Marktleuthen nach Wunsiedel, noch am gleichen Tag wurde der Katharinenberg und (Bad)Alexandersbad besucht. Bei einer Fußtour ging es am 1. Juli von Wunsiedel über Leupoldsdorf zum Seehaus (damals Zechenhaus genannt), nach Kraches und zur Weißmainquelle (damals Fürstenbrunnen genannt), dann zum Gipfel des Ochsenkopfes, wo unterwegs die seltene Pflanze Sonnentau bewundert wurde. Der Rückweg ging zurück zum Seehügel, hinüber zum Nußhardt, dann nach Vordorfermühle und Vordorf nach Wunsiedel zurück. Goethe fertigte dabei einige Zeichnungen von Felsformationen an und trieb geologische Studien. Der 2. Juli war ein Regentag, weshalb nur einige Besichtigungen in Wunsiedel stattfanden. Am 3. Juli war der Luisenburg (damals noch Luxburg genannt) und dem Burgsteinfelsen ein Besuch gewidmet, wobei wieder einige Zeichnungen von der Granitverwitterung angefertigt wurden. Die Weiterreise folgte am 4. Juli über Holenbrunn, Göpfersgrün, Thiersheim ü.NN, Schirnding und Mühlbach nach Eger. Goethe zeigte dabei lebhaftes Interesse an den "geologischen Merkwürdigkeiten" Marmor, Speckstein und Basalt, die am Reiseweg vorkamen. - Zweite Reise 1820: Als 71jähriger befand er sich wieder auf einer Fahrt in die westböhmischen Bäder, ein Abstecher brachte ihn am 25. April nach (Bad)Alexandersbad, wo er im "Alten Schloss" logierte. Nach dem Mittagessen begab er sich auf die Luisenburg, die nun durch Wege weitgehend erschlossen war. Er erklärte die Entstehung des Felsenlabyrinths durch einen ganz langsam ablaufenden Verwitterungsprozess. Am 26. April folgte die Weiterreise nach Karlsbad. - Dritte Reise 1822: Am 13. August kam Goethe über Eger, Waldsassen und Mitterteich nach Marktredwitz, um die berühmte Chemische Fabrik von Wolfgang Kaspar Fikentscher zu besichtigen; begleitet wurde er von Joseph Sebastian Grüner, Magistrat- und Polizeirat in Eger. Bis zum 18. August wurde die Quecksilberherstellung begutachtet und die Glashütte bei Brand aufgesucht, wo 17 Arbeiter große Fenstertafeln herstellten; es folgten chemische und pyrotechnische Versuche. Es hat den Anschein, dass es dem 73jährigen Goethe wegen der Fikentscher-Töchter in Marktredwitz besonders gut gefallen hat... Goethefelsen: Mächtiger Granitblock mit der Inschrift "Dem Andenken Goethes" im Luisenburg-Felsenlabyrinth. beim Aufstieg zum Kreuzfelsen. Am 28.8.1899, dem 150. Geburtstags des Dichterfürsten, wurde die Inschrift angebracht. Sie erinnert an die Besuche Johann Wolfgang von Goethe des Fichtelgebirges in den Jahren 1785, 1820, 1822.

Gesell   Büchsenmacher-Familie aus Arzberg mit weltweitem Ruf, bis 1873 Herstellung von Waffen mit großer Kunstfertigkeit.

Grässel, Prof. Dr. Ing. h.c. geb. 18.08.1860 in Rehau, gest. 11.03.1939 in München. Prof. Grässel hat während seiner 42-jährigen Tätigkeit in Baudienst der Stadt München und an anderen Orten über 40 große öffentliche Bauten entworfen und erbaut sowie viele weitere projektiert. Er gilt als einer der bedeutendsten Architekten des Jugendstils und als Begründer der deutschen Friedhof- und Grabmalreform (z.B. Friedhofsanlagen der Stadt München). In zahlreichen Schriften, Fachaufsätzen und Abhandlungen hat er seine richtungsweisenden Gedanken zur Baukunst niedergelegt. Grässel wurden zahlreiche Titel, Ehrungen und Auszeichnungen zuteil: Geheimer Baurat, Ehrenbürger der Stadt Rehau, Honorarprofessor der Technischen Hochschule München, Dr.Ing.h.c. der Technischen Hochschule Darmstadt, Ehrenmitglied der Kunstakademien in München und Berlin, Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens, Kapitular des "Bayerischen Maximiliansordens", Ritter des Preußischen Ordens "pour le merite" für Wissenschaft und Kunst.

Groß, Johann, Matthias geb.8. 9. 1676 in Harsdorf bei Kulmbach, gest. 11.12. 1748 in Marktbergel bei Bad Windsheim. Evangelischer Theologe. Groß war ab1698 mehrere Jahre Pfarrer in Bischofsgrün. Er hielt anlässlich der Einweihung der Kirche in Bischofsgrün die Predigt unter dem Leitmotiv „Von den vier Trostströmen am Fichtelberge“.

Gümbel, Carl, Wilhelm von, geb.11. 2. 1823 in Dannenfels (Pfalz), gest. 8. 6. 1898 in München. Geologe. Gümbel gilt als bedeutendster Geologe Bayerns. Er publizierte über 400 wissenschaftliche Arbeiten, herausragend eine zweibändige „Geologie von Bayern“ und vier Bände „Geognostische Beschreibung des Königreichs Bayern“. Im Band 3 beschreibt er die Geologie des Fichtelgebirges, das er als eines der kunstreichsten Bauwerke der Erde bezeichnet.

Hacker, Georg geb. 18.1.1870 in Münchberg, gest. 1947 in Potsdam. Nach 22jähriger Tätigkeit in der Marine wurde er 1907 Deutschlands erster Zeppelin-Kapitän.

Hacker, Ludwig geb. 1847 in Rüdenhausen, gest. 1929 in Wunsiedel; Studienprofessor. Er schrieb aus Anlass des 100jährigen Jubiläums der Erschließung des Felsenlabyrinths der Luisenburg bei Wunsiedel 1890 das Bergfestspiel "Die Losburg" und begründete damit die heute weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannten Luisenburg-Festspiele . (Jährlich über 100.000 Besucher, die die Theateraufführungen auf Bayerns schönster Naturbühne miterleben wollen). 1922 verlieh ihm die Stadt Wunsiedel das Ehrenbürgerrecht.

Hardenberg, Karl August Fürst von   geb. 31.05.1750 in Essensrode, gest. 26.11.1822; Reformer, Staatsmann, Diplomat. Von 1791 bis 1797 verwaltet er als dirigierender Minister die ehem. Fürstentümer Ansbach und Bayreuth, die 1791 an die preußische Krone übergegangen sind. Er reformiert in den neuen Provinzen vor allem die Verwaltung und erstellt 1797 eine umfassende Denkschrift über die Fürstentümer und einen Rechenschaftsbericht über die Veränderungen.

Heim, Dr. Georg geb. 1865 in Aschaffenburg, gest. 1938 in Würzburg; Reallehrer, Gründer der Bayerischen Bauervereine und der landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaften. 1892 bis 1896 Lehrer an der Wunsiedler Realschule. In dieser Zeit gründete er die Fichtelgebirgs-Verkaufsgenossenschaft; durch ihn wurde im Sechsämterland die Saatzucht eingeführt. Im Bayerischen Landtag vertrat er die Belange der Stadt Wunsiedel bei der Errichtung der Bahnlinie Holenbrunn-Selb und Wunsiedel-Leupoldsdorf. 1914 wurde ihm von der Stadt Wunsiedel das Ehrenbürgerrecht verliehen, das er aber nach der Machtergreifung der Nationalsoziallisten wieder zurückgeben musste.

Herold, Dr. Eduard geb. 1885 in Hof/Saale, gest. 1955 in Wunsiedel; Gymnasialprofessor. Er setzte sich schriftstellerisch für die Wiederentdeckung Jean Pauls sowie für das Fichtelgebirge ein. Am 11. Dezember 1953 wurde ihm der Ehrenring der Stadt Wunsiedel verliehen.

Hohenner, Dr. Heinrich geb. 1874 in Wunsiedel, gest. 1966 in Darmstadt. 1886 Assistent an der TU München, 1898 Privatdozent an der TU München, 1902 außerordentlicher Professor an der TU Stuttgart, 1907 Lehrstuhl für Geodäsie an der TH Braunschweig, 1910 ordentlicher Professor der Geodäsie in Darmstadt. Veröffentlichung wissenschaftlicher Werke und Entwicklung neuer Instrumente für die Vermessungstechnik. Am 20.12.1946 erhält er das Ehrenbürgerrecht der Stadt Wunsiedel.

Holzschuher, Hans Heinrich geb. 1838, gest. 1912); Sozialpädagoge und Schriftsteller; Vorkämpfer für soziale Arbeit an gefährdeten Jugendlichen und Strafgefangenen. Er ist der Verfasser des zweiten und dritten Verses des Weihnachtsliedes "Oh du fröhliche.......".

Horch, August Dr. hc. geb. 12.10.1868 in Winningen, gest. 3.2.1951 in Münchberg. Horch zählt zu den Pionieren des deutschen Automobilbaues. 1900 baute der Konstrukteur sein erstes eigenes Auto und wurde Mitbegründer der Firma Audi. ER lebte und arbeitete ab Oktober 1945 bis zu seinem Tode in Münchberg.

Horn, Georg geb. um 1620 in Kemnath, gest. um 1670. Doktor der Theologie, Professor und Geschichtsschreiber an der Universität Leyden.

Höser, Abt Veit   geb. 12.11.1577 in Kirlchenlaibach, gest. 02.08.1634 im Kloster Oberaltaich. Er erlebte seine Kindheit in Kirchenlaibach und studierte Theologie in Regensburg. Als Zwanzigjähriger trat er ins Kloster ein. Im August 1612 wurde Höser zum Abt der Benediktinerabteil Oberalteich berufen. Er kämpfte energisch gegen die Unsitte des Sonderbesitzes, gegen die krasse Unordnung, die Trinkgelage und den Müßiggang. Im Zeitraum von 1622 bis 1630 ließ er fast alle Klosteranlagen und das herrliche Münster erbauen. 1634 starb Höser und wurde in der Klosterbasilika beerdigt

Humboldt, Alexander Freiherr von geb.14.9.1769 in Berlin, gest. 6.5.1859 in Berlin; Naturforscher, Begründer der physischen Geographie. 1791 besuchte er die Bergakademie Freiberg/Sachsen; 1792 bis 1797 war er Oberbergmeister bzw. Oberbergrat in den 1791 preußisch gewordenen Fürstentümern Ansbach und Bayreuth. Er förderte besonders den Goldbergbau im Bergamt Goldkronach und den Eisenerzbergbau im Wunsiedler Bergamtsrevier.

Hupfer, Josef Dekan Josef Hupfer wurde am 3. Mai 1869 in Pressath geboren, wurde am 16. Juni 1895 im Hohen Dom zu Regensburg vom Bischof Ignatius von Senestrey zum Priester geweiht, nahm anschließend seinen seelsorgerischen Dienst als Kaplan im Fichtelgebirgsort Ebnath auf, wurde dort am 1. September 1900 als Pfarrer installiert und übte das Amt bis zum Juli 1939 aus. Im Alter von 71 Jahren verstarb er am 22. Juni 1940 in seinem Wohnort Brand/Opf. Seine letzte Ruhestätte erhielt er auf dem Friedhof in Ebnath.
Was ihn besonders auszeichnete und zu großer Beliebtheit in der Bevölkerung führte, war seine Aufgeschlossenheit, Schlichtheit, Güte und nicht zuletzt seine humorvolle Wesensart. Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit widmete er sich in besonderem Maße auch der Fichtelgebirgsheimat. Er beschrieb besondere Vorkommnisse, er berichtete über die Sagenwelt und über Sitten und Gebräuche in Ebnaths Umgebung. Sein Interesse galt vor allem der "Oberen Pfalz im Mittelalter", worüber er in mehreren Folgen der Zeitschrift "Die Oberpfalz" berichtete. Von seinen Amtsbrüdern wurde er scherzhaft "Der Bischof des Fichtelgebirges" genannt. Mit dem Fichtelgebirgslied "Ich bin gewandert weit umher, auf Gottes schöner Erden...." setzte er der Liebe und Treue zu seiner Heimat ein dauerndes Denkmal. (Das Lied wurde von Prof. Simon Breu in Würzburg vertont.)

Jean Paul Eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, Dichter und Philosoph, Meister der Erzählung, ausgezeichnet durch reiche Phantasie und Gemüt und einen humorvoll eindringlichen Sinn für die Wirklichkeit des Unscheinbaren; Künstlername ab 1792 Jean Paul; Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie und Ehrendoktor der Philosophie der Universität Heidelberg.

Lebensstationen: Geboren 21.3.1763 in Wunsiedel als Sohn eines Lehrers und Organisten, 1765 Übersiedlung nach Joditz a.d.Saale, 1776 Übersiedlung nach Schwarzenbach a.d.Saale, 1779-1780 Besuch des Gymnasiums in Hof mit Abitur, 1781 Studium der Theologie in Leipzig (abgebrochen), 1781-1784 freier Schriftsteller in Leipzig (Flucht vor den Gläubigern nach Hof), 1787-1789 Hauslehrer in Töpen, 1790-1794 Hauslehrer in Schwarzenbach a.d.Saale, 1794 Rückkehr nach Hof, 1796 Reise nach Weimar (trifft dort Goethe, Schiller und Herder), 1797 Übersiedlung nach Leipzig, 1798 Übersiedlung nach Weimar, 1800 Übersiedlung nach Berlin, 1801 Heirat mit Karoline Mayer und Übersiedlung nach Meiningen, 1802 Geburt der Tochter Emma, 1803 Übersiedlung nach Coburg Geburt des Sohnes Max), 1804 Übersiedlung nach Bayreuth (Geburt der Tochter Odilie), 1810-1822 Reisen in verschiedene Städten Deutschlands, 14.11.1825 stirbt Jean Paul nach völliger Erblindung in Bayreuth. Hauptwerke: Die unsichtbare Loge (1792), Hesperus (1795), Siebenkäs (1796), Titan (2 Bände 1800-03), Flegeljahre (4 Teile 1804-05), Der Komet (1820); Erzählungen: Schulmeisterlein Wuz (1793), Leben des Quintus Fixlein (1795), Dr. Katzenbergers Badereise (1809), Leben Fibels (1812), Levana (1807; klassisches Werk der Pädagogik).

Jäger, Johann   1866 – 1953, bekannt in ganz Oberfranken als Eisenbahn-Apotheker, kannte alle Zugverbindungen, die dazu eingesetzten Lokomotiven und deren Führer. Er hatte die Erlaubnis, auf jedem Führerstand mitzufahren.

Kotzau, Hans von geb. ca. 1400, gest. ca. 1468; ging als der große Verteidiger von Wunsiedel gegen die Hussiten in die Geschichte ein. Er soll 1434 einen größeren Angriff der Hussiten gegen die Stadt Wunsiedel abgewehrt haben.

Kössler, Hans von (Waldeck) geb. 1853, gest. 1926; Komponist und Professor an der Musikakademie in Budapest.

Landgraf, Friedrich geb. 1792 in Kaiserhammer, gest. 1867 in Wunsiedel. Von 1818 bis 1848 Rechtsrat der Stadt Wunsiedel, 1848 bis 1867 rechtskundiger Bürgermeister der Stadt Wunsiedel. Maßgeblich war er bei der Gründung der Sparkasse Wunsiedel (1824) und der Gewerbeschule Wunsiedel (1833) beteiligt. Besondere Verdienste beim Wiederaufbau der Stadt Wunsiedel nach dem großen Stadtbrand von 1834. 1848 erhielt er als erster Bürger der Stadt Wunsiedel das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Limpach, Erich geb. 27.06.1899 in Charlottenburg, gest. 10.12.1965 in Coburg. Mit kriegsbedingten Unterbrechungen lebte er von 1937 bis 1952 in Münchberg. Er war als Bezirks-Kommissar tätig. 1924 trat Limpach erstmals als Dichter in Erscheinung; 1960 gehörten seine Werke zu den meistgelesensten deutscher lebender Lyriker. 1958 verlieh man ihm für seine Werke "Zeitenwende" und "Stille über dem Fluss" den goldenen Ehrenring "Dem deutschen Gedicht".

Löhe,Wilhelm geb. 21.02.1808 in Fürth, gest. 02.01.1872 in Neuendettelsau. War vom 20.10.1831 bis 01.03.1834 Vikar der evang. Kirchengemeinde Kirchenlamitz. Obwohl er in dieser kurzen Zeit neben großer Anhänglichkeit der Gemeindemitglieder auch viel Kummer von Seiten seiner Feinde und der staatlichen und kirchlichen Obrigkeit erfahren hat, bezeichnete er sie später als „Hochzeit“ seines Lebens. Zur Erinnerung an den wortgewaltigen Prediger und späteren Gründer der Neuendettelsauer Missionsanstalten erhielt das Gemeindehaus der evang. Kirchengemeinde Kirchenlamitz den Namen „Löheheim“.

Matthias von Kemnath Richtiger Name Matthias Widmann, geb. 23.2.1429 in Kemnath, gest. 1.4.1476. Historograph, Astrologe, Dichter, Humanist und fürstlicher Kaplan am Heidelberger Hof des Kurfürsten von der Pfalz, Friedrich I. des Siegreichen. Bis zu seinem Tod schreibt er die "Chronik Friedrich I.", wobei er dem Fichtelgebirge mehrere Seiten widmet. Es ist dies die erste schriftlich bekannt gewordene Beschreibung des Gebirges mit Hinweisen auf Land und Leute, die aber erst 1862 gedruckt erschien und deshalb bis dahin kaum bekannt war (siehe dazu auch unter Celtis).

Meinel, Friedrich geb. 1828 in Wunsiedel, gest. 1917 in Wunsiedel. In der Zeit von 1878 bis 1894 war er Bürgermeister der Stadt Wunsiedel; am 10.5.1894 erhielt er das Ehrenbürgerrecht der Stadt Wunsiedel.

Müller, Iwan von geb. 1830 in Wunsiedel, gest. 1917 in München. Universitätsprofessor für Klassische Philologie in sein Hauptgebiet war die Gymnasialpädagogik. Anreger und Mitarbeiter des großen Sammelwerkes "Handbuch der klassischen Altertumswissenschaften". Er war der Sohn des Wunsiedler Klavierfabrikanten Johann Christoph Müller.

Müller, Friedrich   geb. 03.07.1923 in Wunsiedel, gest. 19.12.2003 in Marktredwitz. Lehrer, Rektor, Lehrbeauftragter an der Staatl. Fachschule für Steinbearbeitung in Wunsiedel; amtlich bestellter Sachverständiger für Naturwerkstein. Wegen seiner hervorragenden Kenntnisse wurde er oft auch als „Steinpapst des Fichtelgebirges“ bezeichnet. Er war Begründer der minerologisch-geologischen Sammlung des Fichtelgebirgsmuseums in Wunsiedel und Gründer des weltweit einmaligen Deutschen Natursteinarchivs in der Steinfachschule mit 5000 Musterplatten aus aller Welt. Müller veröffentlichte u.a. unzählige Beiträge vor allem in Fachzeitschriften. 1979 erschien von ihm das Buch „Bayerns steinreiche Ecke – Erdgeschichte, Gesteine, Minerale, Fossile vom Fichtelgebirge, Frankenwald, Münchberger Masse und nördlichen Oberpfälzer Wald“ und die „Internationale Natursteinkartei Kompakt“.
Friedrich Müller erhielt das Bundesverdienstkreuz, die Ehrenmedaille des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge und der Stadt Wunsiedel und 1999 den Kulturpreis des Fichtelgebirgsvereins.

Neupert, Dr. Reinhold geb. 14.1.1874 in Münchberg, gest. 27.6.19555. Er war Chef der Firma J.C. Neupert Klavierfabrik in Nürnberg/Bamberg. Seine Firma baute historische Tasteninstrumente. Besonders die "Neupert-Cembali" erlangten Weltgel-tung. Er gilt als der Wiedererwecker des historischen Klangbildes. 1922 verlieh man ihm deshalb die Ehrendoktorwürde.

Oetter, Samuel Wilhelm geb. 25.12.1720 in Goldkronach, gest. 7.1.1792 in Markt Erlbach. Kaiserlicher Hof- und Pfalzgraf, fürstlich Brandenburgisch-Ansbachisch- und Baireuthischer Konsistorialrat, fürstlicher Historiograph und Pfarrer zu Markt Erlbach. Nach Besuch der Schule in seiner Heimatstadt und des Seminars in Bayreuth trat er 1736 in das Gymnasium ein und wurde 1743 in die neu gegründete Universität Erlangen aufgenommen. Sein Lieblingsfach war Geschichte. Arbeiten über "historische Fakten aus den Zeiten der sich bildenden Verfassung Teutschlands, über Rechte und Vorzüge deutscher Reichsfürsten, über Münzen, Über Etymologien alter Namen von Familien und Ortschaften und über Entstehung und Veränderung der Wappen" zeichneten ihn aus. Mitglied war er in der "Teutschen Gesellschaft in Göttingen, der gelehrten Gesellschaft in Duisburg, der kais. Französischen Akadiemie freier Künste in Augsburg, der Gesellschaft freier Künste in Leipzig und der Münchner Akademie."

Pachelbel Stammvater Wolfgang Pachelbel, geb. 1460 in Eger, gest. 1546 in Wunsiedel. Handelsherr, Neffe des Andreas Friesner. Unter seinen Nachkommen sind der Kirchenkomponist Johann Pachelbel in Nürnberg (1653-1706), zwei bedeutende Bürgermeister von Eger (Wolfgang Pachelbel v. Gehag und Wolf Adam Pachelbel v. Gehag) und DR. Joh. Christoph Pachelbel v. Gehag (1675-1726), Verfasser der "Gründlichen Beschreibung des Fichtelgebirges" (1716).

Plänckner, Julius von   geb. 09.02.1791 in Penig, gest. 12.03.1848; Oberst und Regimentskommandeur in Gotha. Er beschreibt den Thüringer Wald und macht den Rennsteig bekannt. 1839 erscheint das Buch „PINIFERUS – Taschenbuch für Reisende in das Fichtelgebirge“, eine sachlich fundierte Beschreibung des Fichtelgebirges.

Pöllath,Christoph geb.22.10.1817 in Haidenaab, gest. 01.04.1880 in München. Er war Regierungssekretär in Bayreuth, 1852 Assessor der Regierung der Oberpfalz in Regensburg, anschließend Landrichter in Eggenfelden, dann Regierungsrat, Oberkirche- und Schulrat. Im Jahr 1862 wurde Pöllath zum Ministerialrat befördert. Am 03.01.1861 zeichnete der König von Bayern (Max II.) Christoph Pöllath mit dem Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens vom Heiligen Michael aus. Elf Jahre später, am 31.12.1872, wurde ihm das Ritterkreuz des Königlichen Verdienstordens der Bayerischen Krone verliehen. Er erhielt den persönlichen, nicht erblichen Adel und wurde Ritter der bayer. Adelsmatrikel. Kaum ein halbes Jahr später, am 22.06.1873, wurde er kgl. Ministerialrat im Staatsministerium des Innern für Kirche- und Schulangelegenheiten, mit dem Commandeurkreuz des kgl.-ital. Kronordens ausgezeichnet. Anlässlich des 110. Todestages von Pöllath wurde an seinem Geburtshaus (Schloss) in Haidenaab eine Gedenktafel angebracht, die an den großen Bürger Haidenaabs erinnern soll.

Reger, Dr. Anton   geb. 1916 in Waldeck, gest. 28.01.2000 in Kemnath; Oberstudiendirektor und maßgebender Heimatforscher des Kemnather Landes. Er veröffentlichte Bücher über Kemnath, Waldeck und Kulmain und unzählige Aufsätze aus dem Raum des Altlandkreises Kemnath.

Reger, Max Komponist, geb. 19.3.1873 in Brand/Opf., gest. 11.5.1916. Bereits mit fünf Jahren erhielt er den ersten Unterricht bei seiner Mutter, der Vater unterwies ihn auf der Orgel und im Violinspiel; ab dem 11. Lebensjahr übernahm der Organist der Stadtkirche Weiden/Opf. dessen Betreuung; bis August 1890 wurde der Unterricht am Konservatorium Sonderhausen von einem Musikgelehrten erteilt. In den Jahren 1891 bis 1895 entstanden die ersten Kompositionen; im Februar 1894 große Anerkennung bei einem Komponistenabend in der Berliner Singakademie. 1901 übersiedelte Reger nach München, wo er sich am 25.10.1902 mit Else von Berken verheiratete. Die Berufung als Lehrer für Orgel und Komposition an die Akademie für Tonkunst war ein bedeutender Meilenstein der Münchner Jahre. Weitere Lebensstation waren: 22.3.1907 Übersiedlung nach Leipzig als Universitätsmusikdirektor und Kompositionslehrer am Leipziger Konservatorium; 31.7.1908 Ernennung zum Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät an der Universität Jena; anfangs Mai 1910 erstes Max-Reger-Fest in Dortmund; 12.10.1910 Ehrendoktor der Medizinischen Fakultät der Universität in Berlin; Februar 1911 Berufung durch Herzog Georg II. von Meiningen zum Leiter der Meininger Hofkapelle; Herbst 1911 Übersiedlung nach Meiningen, danach schwere Erkrankung, von der sich der ruhelose Komponist nur sehr schlecht erholte. Am 18.3.1915 siedelte Reger nach Jena ins eigene Haus über, unterrichtet weiter am Leipziger Konservatorium bis zu seinem plötzlichen Tod. - 1913 verlieh ihm die Gem. Brandt/Opf. anlässlich seines 40. Geburtstages das Ehrenbürgerrecht, 1910, 1930 und 1966 wurde am ehem. Schulhaus in Brand/Opf. eine Gedenktafel angebracht; am 11.5.1930 wurde die Urne nach München überführt und auf dem Waldfriedhof beigesetzt; am 19.3.1948 erfolgt die feierliche Aufstellung seiner Büste in der Walhalla. Reger-Felsen: Granitfelsen mit Gedenktafel am Kaiserberg bei Fichtelberg-Neubau, 100 m sw des Fichtelsees. Bei einer Fichtelgebirgswanderung ließ sich damals der 1873 in Brand/Opf. geborene Komponist Max Reger auf dem Felsen fotografieren. Der frühere Forstamtsdirektor von Fichtelberg, Anton Böhm hatte diesen Stein wiederentdeckt und ließ 1996 die Gedenktafel anbringen.

Reich, Gottfried Christian   geb. 1769 – verst. 1848. Arzt und Forscher, Prof. für Arzneimittelkunde, bahnbrechende Forschungen auf diesem Gebiet. Lehrte an der Universität Berlin, bestätigt durch die Charite Berlin, große Verdienste auch als Tierarzt. Bekämpfung der Rinderpest. Doktorarbeit: „Beschreibung der Pockenepedemie in Arzberg“, Verfasser zahlreicher Werke und Abhandlungen.

Reissinger, Hans   Regierungsbaumeister, Dipl.-Ing., Architekt BDA; geb. am 10.04.1890 in Bayreuth, gest. am 23.11.1972 in Bayreuth. Er entwirft u.a. die Baupläne für Bauwerke des Fichtelgebirgsvereins: Aussichtsturm Asenturm auf dem Ochsenkopf (Einweihung am 26.08.1923, Aussichtsturm auf dem Weißenstein bei Stammbach (Einweihung am 21.05.1925) und Aussichtsturm Backöfele auf dem Schneeberg (Einweihung am 29.08.1926).

Ritter, Wilhelm geb. 1835 in Wunsiedel, gest. 1913 in Wunsiedel; Baumeister. Er erwarb sich große Verdienste um die städtischen Belange von Wunsiedel, vor allem um die Anlagen auf dem Katharinenberg südlich der Kreisstadt. Stifter des Diakonissenhauses und des Diakonievereins. Er erhielt 1902 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Wunsiedel.

Rosenthal, Philipp geb. 23.10.1916, gest. 27.09.2001 in Selb. Erfolgreicher Unternehmer und überzeugter Sozialdemokrat, vertrat die Interessen der Keramischen Industrie mit Weitsicht und hoher sozialer Verantwortung. 1956 bis 1971 Mitglied im Hauptausschuss des Verbandes der Keramischen Industrie e.V., von 1968 bis 1970 dessen Vorsitzender; Präsident des Dachverbandes der Keramischen Industrie vom 1967 bis 1970. Studierte in Oxford Philosophie, Politik und Volkswirtschaft; meldete sich zur französischen Fremdenlegion (Buch: „Einmal Legionär“). 1956 Eintritt als Werbeleiter in die Rosenthal AG,1958 Vorstandsvorsitzender, 1981 bis 1989 Aufsichtsratsvorsitzender; seit 1998 Ehrenvorsitzender. 1988 Professor für Design an der Bremer Hochschule für Künstler. 1969 Mitglied des Bundestages, 1970 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Sand, Carl Ludwig geb. 5.10.1795 in Wunsiedel, hingerichtet am 20.5.1820 in Mannheim; Student. Er ermordete den russischen Staatsrat und Lustspielautor August v. Kotzebue als vermeintlichen Vaterlandsverräter und löste damit die Verfolgung freiheitlich gesinnter junger Menschen aus, was ihn zu einer bekannten politischen Gestalt des 19. Jahrhunderts machte.

Schemm, Otto  geb. 27.5.1920 – gest. 3.7.1996. Pädagoge, Leiter der Volksschule Arzberg, Mundartdichter und –sänger; zahlreiche Rundfunkaufnahmen; Gründer der Theatergemeinschaft und Versehrtensportgruppe, Initiator der VdK-Siedlung.

Scherber, Johann, Heinrich geb. 3. 2. 1761 in Goldkronach, gest. 15. 6.1837 in Berg bei Hof. Pfarrer, Lehrer und Heimatforscher. Scherber war ab 1787 Rektor der Schule in Kirchenlamitz, von 1801 – 1811 Pfarrer in Bischofsgrün und von 1811 bis an sein Lebensende Pfarrer in Berg bei Hof.
Er verfasste ein „Gemeinnütziges Lesebuch für die Bayreuthische Landesgeschichte“ in 2 Bänden, das 1796 in Hof erschien, schrieb viele fundierte Beiträge zur Orts- und Landesgeschichte, darunter die „Umsichten auf dem Ochsenkopf“ aus dem Jahr 1811.

Schirnding, Jobst von geb. ca. 1420, gest. ca. 1482; Amtmann in Wunsiedel. Im Krieg, den der Landesherr Markgraf Albert Achilles als deutscher Reichsfeldherr mit Herzog Ludwig von Niederbayern und dessen Verbündeten gegen den mächtigen böhmischen König Podiebrad führte, erschien 1462 ein böhmisches Heer mit ca. 18.000 Mann vor den Toren der Stadt Wunsiedel. Ein dreimaliger Ansturm wurde abgewehrt, danach machten die Wunsiedler unter dem Oberbefehl des Hauptmannes von Schirnding einen Ausfall und gingen zum Angriff über und schlugen die Böhmen in die Flucht.

Schmidt, Dr. Albert geb. 1849, gest. 1918; Apotheker in Wunsiedel; Volkskundler, Geologe, Mineraloge. War maßgeblich beteiligt bei der Entstehung der Luisenburg-Festspiele, des Fichtelgebirgsvereins und des Fichtelgebirgsmuseums.

Schmidt, Florentin Theodor geb. 1783, gest. 1860; Kaufmann in Hamburg. Erbaut 1812 die erste Zuckerfabrik Süddeutschlands in Wunsiedel. Wohltäter der Stadt zusammen mit seinen Brüdern Johann Wilhelm (Konsul in New York), Dr. Johann Christian (Fabrikbesitzer in Bayreuth), Friedrich Wilhelm (Konsul in Hamburg) und Dr. Albert Schmidt.

Schmidt, Dr. Friedrich...geb. 1819, gest. 1863. Apotheker, Landtagsabgeordneter, angesehener Naturwissenschaftler, Kämpfer für den Bau einer Eisenbahn durch das Fichtelgebirge.

Schmidt, Dr. Johann Georg geb. 1746, gest. 1819; Bürgermeister in Wunsiedel und Kreisarzt. Erschließer der Luisenburg, Gründer des Instituts für arme Kranke, mit dem ersten Krankenhaus Wunsiedels.

Schmelzl, Wolfgang geb. um 1500 in Kemnath, gest. um 1560. Kantor und Schul-Dramatiker am Schottenkloster in Wien. Auch "Wiener Hans Sachs" genannt.

Schumann, Carl   geb. 30.3.1871 in Selb, gest. 27.3.1926 in Heidelberg. Fabrikbesitzer, Erfinder des Durchbruchporzellans.

Schrön, Otto Carl Gottlieb von, geb. 7.9.1837 in Hof, gest. 13.5.1917 in Neapel. Mediziner. Studium in Erlangen und München, auf Grund hervorragender anatomischer Zeichnungen sowie Injektions- und Imbitionspräparate von Professor de Filippi (Turin) 1864 nach Italien geholt. Seit 1865 lehrte er als Professor für pathologische Anatomie an der Universität Neapel.

Schröttl, Johann geb. um 1530 in Kemnath, gest. um 1583; Abt im Schottenkloster in Wien und Klosterrats-Präsident.

Singer, Dr. Friedrich Wilhelm   geb. 18.06.1918 in Arzberg, gest. 15.09.2003, Arzt für Allgemeinmedizin und Heimatforscher. Seine umfassenden Forschungsarbeiten aus allen Gebieten der Heimat- und Volkskunde des Sechsämterlandes veröffentlichte er in vielen Publikationen. Die wichtigsten Arbeiten waren 16 „Arzberger Hefte“, das „Landbuch der Sechsämter von 1499“, „Arzberger Wörterboichl“, „Arzberger Bilderbuch“, „Der Brunnenwastl erzählt“ und „Heimat an der Hohen Warte“. Zahlreiche Aufsätze in der Heimatbeilage der Zeitung Sechsämter neueste Nachrichten bilden ein Sechsämterland-Archiv. Dr. Singer war gegen Orden und Auszeichnungen, nahm 1988 vom Fichtelgebirgsverein den Kulturpreis entgegen.

Simon, D.Lic.Matthias   geb. 1893 in Wernsbach, gest. 17.3.1972 in Nürnberg. Kirchenrat, Direktor des evang. landeskirchl. Archivs Nürnberg; Verfasser des Arzberger Heimatbuches.

Stockfleth, Heinrich Arnold   geb. 16.4.1643 – gest. 8.8.1708. Bedeutender Münchberger Superindentent und Generalsuperindentent des Fürstentums Bayreuth. Von ihm stammt u.a. das heute im Kirchengesangbuch enthaltene Lied: „Wunderanfang, herrlichs Ende...“ (Nr. 491). Er und seine Frau gehörten zur Dichtergesellschaft des Pegnesischen Blumenorden Nürnberg.

Stöhr   Familie der Kunsthafner. Johan (1682-1755), Sohn Georg Andreas (1719-1771) schufen vor allem individuelle, künstlerische Öfen, die bis Frankfurt und Regensburg geliefert wurden. Georg Andreas konstruierte einen Muffelofen zum Brennen empfindlicher Goldglanzglasuren und Aufglasurfarben, Enkel Georg Eberhard (1743 –1801) setzte die Familientradition fort.

Sümmerer, Christian geb. 27.05.1877 in Schwarzenbach a.d.Saale, gest. am 5.3.1931 in Passau; in Münchberg beerdigt. Seine Werke, Bühnenwerke, Romane, Gedichte zeigen eine tiefe Verbundenheit zu Natur und Volk. Bekannt wurde vor al-lem "Des Waldsteins Wunderblume" das bei den Waldsteinfestspielen 1998 neu auf-geführt wurde. Sümmerer lebte seit seiner Jugend in Münchberg, wurde später Schriftleiter der Münchberg-Helmbrechtser Zeitung.

Tholhopf, Johann(auch Janus Tolophus) geb. in Kemnath (Jahr unbekannt), gest. 28.4.1503 in Regensburg. Rektor der Universität Ingolstadt, 1476 Dr. J. Tolophus, Professor der Philosophie und Theologie, Chosmogrph und Astronom, Domherr in Regensburg.

Vetterklein, Cornelia geb. 25.12.1812 in Münchberg, gest. 5.3.1862 in Schmeils-dorf. Als Tochter des Staatsrats Karl Vetterklein heiratete sie 1843 den Reichsfreiher-ren Franz Ludwig von Künsberg auf Haim-Schmailsdorf. Ihr Portrait wurde 1828 von Joseph Karl Stieler für die Schönheitsgalerie König Ludwig I. gemalt.

Tornesi, Otto Heinrich geb. 7.4.1748, gest. 5.5.1814 in Bayreuth-St.Georgen. Nach Militärzeit und Berufsausbildung war er Verwalter des Zucht- und Arbeitshauses in Bayreuth-St.Georgen, danach Mitglied und leitender Beamter des Oberbergdepatement und Kriegs- und Domänenrat in Bayreuth. ER beschäftigte sich mit geologischen und mineralogischen Fragen, fertigte eine mineralogische Karte des Fichtelgebirges und war seinen wissenschaftlichen Erfahrungen und seinem Wissen entsprechend Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft in Berlin. Als Oberbergrat trat er die Nachfolge Alexander von Humboldts an und war seit 1798 in Bayreuth 1. Kammerdirektor.

Vogt, Hans, Dr. h. c. geb. am 25.09.1890 in Wurlitz bei Rehau, gestorben am 04.12.1979. Vogt war Erfinder (hunderte von Patenten), Unternehmer und Schriftsteller. Er entwickelte u. a. Messapparate, Erdtelegrafie- und Radiopeilgeräte. Gemeinsam mit Josef Massolle und Dr. Jo Engl verwirklichte er zwischen 1918 und 1924 in einer wesentlichen noch heute gültigen Weise den Tonfilm. Er wurde deshalb als Miterfinder des Tonfilms weltbekannt.

Vogt, Martin   geb. 3.4.1781 in Kulmain, gest. 18.4.1854 in Colmar. Komponist und Organist zahlreicher Kirchenkompositionen. 1971 erschien die Autobiografie „Erinnerungen eines wandernden Musikers. Seine Messen sind im Kirchenmusik-Archiv in Glarus, seine Orgelwerke und die Vertonung von 24 alemannischen Gedichten Johann Peter Hebels sind in der Universitäts-Bibliothek zu Basel aufgewahrt. Ein großer Teil seiner Kompositionen befinden sich in der Musikbibliothek des Klosters Einsiedeln.

Wann, Paul geb. um 1419 in Kemnath, gest. 1489 im 70. Lebensjahr. Prof. der Theologiein Wien. 1460 Doktor der Theologie und des Kirchenrechts. 1475 in den Adelsstand erhoben, Domherr von Passau.

Wann, Sigmund geb. um 1400 in Wunsiedel, gest. 11.5.1469 in Eger. Blechverzinner und Großhandelskaufmann; er war Ratsherr und kurzzeitig Bürgermeister von Wunsiedel, kam durch die Zinnblechherstellung zu großem Reichtum. 1446 übersiedelt er nach Eger. Zahlreiche Geld- und Sachstiftungen in Eger und Wunsiedel (Bruderhaus in Wunsiedel, jetzt Fichtelgebirgsmuseum).

Will, Johann geb. 1645, gest. 1705; Magister und Pfarrer in Creußen. Von ihm stammt die Schrift "Das Teutsche Paradeiß in dem vortrefflichen Fichtelberg", mit dem er das Augenmerk der damaligen wissenschaftlichen Welt auf das Fichtelgebirge lenkte.

Wirth, Dr. Wilhelm geb. 1876 in Wunsiedel, gest. 1952 in Amberg; Universitätsprofessor. Er wird als "Vater der modernen Psychologie" bezeichnet und war vor allem führend auf dem Gebiet der Psychophysik.

Wirth, Johann Georg August, geb. 20.11.1798 in Hof, gest. 28.7.1848. Politiker, Revolutionär, Schriftsteller. Studium in Erlangen, Halle und Breslau. Herausgeber mehrerer politischer Zeitschriften. Mitveranstalter und Hauptredner beim "Hambacher Fest" (1832), 1848 Abgeordneter des Fürstentums Reuß-Schleiz-Lobenstein in der Frankfurter Nationalversammlung.

Widman, Enoch, Magister, geb. am 21.12.1551 in Hof, gest. am 17.12.1615 in Hof. Stadtchronist. Studium in Wittenberg, 1581 Kantor, seit 1596 Rektor des Hofer Gymnasiums.

Wölfel, Carl geb. 1877, gest. 1950; Kommerzienrat, Begründer und langjähriger Direktor des Natursteinbetriebes GRASYMA. Mit anderen Unternehmern verschaffte er dem Fichtelgebirge den Ruf als Zentrum der Natursteingewinnung und -verarbeitung. In seiner Ära gelangten ostbayerische Granite zu Bauwerken in der ganzen Welt.

Zahn, Dr. Friedrich geb. 3.1.1869 in Wunsiedel, gest. 1.2.1946 in Immenstadt. Universitätsprofessor und Präsident des Bayer. Statistischen Landesamtes in München. Er hat als Erster die Zahlenergebnisse der Statistischen Ämter für die volkswirtschaftlichen und sozialen Planungen des öffentlichen Lebens nutzbar zu machen verstanden. Am 14.1.1933 verleiht die Stadt Wunsiedel ihm das Ehrenbürgerrecht.

Zahn, Markus geb. 1839 in Schönwald, gest. 1905 in Wunsiedel; Oberlehrer und anerkannter Pädagoge an der Volksschule Wunsiedel. Seit 1875 pflanzte er jährlich mit den Abgangsschülern sogenannte "Konfirmantenbäume" am Verbindungsweg im Norden Wunsiedels, jetzt Markus-Zahn-Allee.

Zahn, Carl Eduard Robert geb. 23.3.1861 in Münchberg, gest. 1914. Als Ingenieur trug Zahn entscheidend zur Verbesserung der Stickmaschinen bei, entwickelte unter anderem den so genannten Zahn-Stickautomaten. Unter seiner Leitung wurde die Vogtländische Maschinenfabrik AG zur bedeutendsten und erfolgreichsten Stickmaschinenfabrik der Welt.

Zapf, Ludwig geb. 16.12.1829 in Münchberg, gest. 25.08.1904. Bereits 1845 über-nahm er die Redaktion des von seinem Vater begründeten "Münchberger Wochen-blattes". Später wurde er Stadtschreiber in Münchberg. Als Verfasser vieler prähistorischer, heimatkundlicher, heimatgeschichtlicher und volkskundlicher Abhandlungen, Aufsätze und Beiträge in Prosa und Versform, die sich meist mit seiner Fichtelgebirgsheimat befassen, (z.B. Sagenkreis des Fichtelgebirges, 1873; Waldsteinbuch, 1886; Fichtelgebirgsalbum, 1892) erlangte er über seine Heimat hinaus Bekanntheit und Wertschätzung. So wurde er beispielsweise korrespondierendes Mitglied der internationalen Anthropologenkongresse in Budapest (1871) und Lissabon (1880). Er förderte u.a. auch die Errichtung eines Stadtarchivs in Münchberg (erstes Aktenver-zeichnis stammt von ihm). Seit 1893 ist er Ehrenbürger der Stadt Münchberg.

Zapf, Karl geb. 10.12.1795, gest. 12.06.1845. Zapf gründete 1837 das Münchberger Wochenblatt, einen Vorläufer der heutigen Münchberg-Helmbrechtser Zeitung. Verfasser der ersten geschichtlichen Darstellung über die Entwicklung der Stadt Münchberg. Auch die "Wanderungen zu den Burgruinen des Fichtelgebirges" (1863) stammen aus seiner Feder. Gründer der ersten Münchberger Leihbibliothek 1832. Von 1837 bis zu seinem Tode Bürgermeister von Münchberg.

Ziegler, Johann Christian geb. 1803 in Wunsiedel, gest. 1833 in München. Er galt in München als vielversprechender Künstler, starb aber schon mit 30 Jahren. ER schuf u.a. Zeichnungen und Lithographien von Wunsiedel und der Luisenburg.

 

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